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DIE BIENE  -  EIN INSEKT MIT VOLKSWIRTSCHAFTLICHEM NUTZEN

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling macht sie sich an die Arbeit. Sie säubert ihren Stock und besucht die ersten Blüten. Ab Mai liefert sie uns köstlichen Honig – eine viel größere Bedeutung aber hat sie für den Naturhaushalt, beispielsweise bei der Bestäubung der Pflanzen. Ihr verdanken 80 Prozent unserer Obstbäume und ein Großteil unserer Blumen ihre Arterhaltung und ihre Früchte.

Es findet ein lebhafter Handel statt: Die Pflanze bietet Nahrung für das Bienenvolk im Tausch gegen die Bestäubung. Denn beim Sammeln von Blütennektar übertragen die Bienen den Blütenstaub auf den weiblichen Teil der Blüte, die Narbe. Damit wird die Befruchtung eingeleitet, Samen und Früchte können entstehen. Ohne ihre Bestäubungstätigkeit wäre es um den Weiterbestand unserer bunten Pflanzenwelt schlecht bestellt. Und wer denkt schon beim Biss in einen Apfel daran, dass dieser ohne die Leistung der Bienen gar nicht erst entstanden wäre?

 VON DER BLÜTE ZUR WABE

Wenn eine Biene eine Blüte oder einen Nadelbaum anfliegt, dann nimmt sie mit ihrem Rüssel den Nektar, bzw. den Honigtau auf und transportiert ihn in den Honigmagen. Er dient als Sammelbehälter für den Nektar. Hier wird nichts verdaut, sondern nur aufbewahrt. Nur eine winzige Menge ihrer Beute benötigt die Biene für sich selbst. Den großen Rest schleppt sie fliegend heim. 20.000-mal muss eine Biene ausfliegen, um einen Liter Nektar zu sammeln. Daraus entstehen schließlich ungefähr 300 Gramm Honig.

Schon während des Fluges entzieht die Biene dem gesammelten Nektar Wasser. Zu Hause angelangt, geht die Entwässerung auch in den Waben weiter. Durch starkes Flügelvibrieren lässt ein Teil der Stockbienen Luft über die Waben streichen und so mehr und mehr Wasser verdunsten. Außerdem wird der Nektar von den Stockbienen mehrfach umgelagert. Dabei wird er mit körpereigenen Stoffen angereichert, die seine Reifung fördern. Ist der Honig reif, verschließen die Bienen die Zelle mit einem Wachsdeckel. Für den Imker das Zeichen: Es ist soweit, die Honigernte kann beginnen.

H O N I G  ist das Produkt, das aus der Vermengung von Nektar, bzw. Honigtau mit den körpereigenen Säften der Bienen entsteht. Ob Honig hell oder dunkel, fest oder flüssig ist, hängt von den verschiedenen Faktoren ab, die die Beschaffenheit des Nektars beeinflussen: aus welchen Pflanzen er stammt, wie groß und wie entwickelt die Blüten waren, welche Temperatur-, Licht-, Luft-, Sonneneinstrahlungs- und Windverhältnisse am Standort vorherrschten, ob der Boden feucht oder trocken, steinig oder sandig, reich oder arm an Mineralien war.

Verschiedene Zucker, Säuren, Stickstoffverbindungen, Mineralstoffe und Vitamine, Farb- und Aromastoffe im Nektar bestimmen die Eigenschaften des Endprodukts Honig. 

In erster Linie (zu 70-80%) besteht der Honig aus verschiedenen natürlichen Zuckerarten, vor allem Fruchtzucker und Traubenzucker. Des Weiteren enthält Honig die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Natrium, Magnesium, Kieselerde, Eisen, Kupfer, Chlor, Mangan, Phosphor, Schwefel. Diese Mineralstoffe sind für den menschlichen Organismus lebenswichtig. An Vitaminen findet sich im Honig u.a. kleine Mengen der Vitamine B1, B2, B6, C, Pantothensäure, Folsäure und Biotin. Wichtig sind auch die stoffwechselfördernde Enzyme, z.B. Invertase (die die im Honig enthaltenen Zuckerarten aufspaltet und leicht verdaulich macht), Diastase (ein Ferment, das Stärke zu Dextrin abbaut) und Katalase (zur Abspaltung des Sauerstoffs).                              

Bei der Ernte ist Honig immer klar und dickflüssig. Doch nach einer gewissen Zeit kristalliert der Traubenzucker und der Honig wird trüb und teigig. Dieser Vorgang ist allerdings vollkommen natürlich.